• dohrmanndaniela

#9 Bali

Bali war für uns ein Land des Retreats, des Rückzugs. Nach 3 Monaten reisen, Eindrücken aufsaugen und Abenteuer erleben, zogen wir uns zurück und verarbeiteten die vergangenen Monate. Für dies lädt dieses Land regelrecht ein.



Wenn wir an Bali denken, denken wir sofort an den Duft der Räucherstäbchen, die tausend Tempel, das leckere balinesische Essen und die unglaublich liebenswerten und herzensreinen Menschen, die hier leben.

Kommerzieller, moderner und hippster ist Bali allerdings geworden… Manchmal kam man sich so vor, als ob man in der Instagram-Vorhölle ist, da überall irgendwelche Menschen sich darstellen und posieren. Dafür lädt Bali auch ein. 😊 Aber dazu später mehr…


Als wir aus Neuseeland hier anreisten, waren wir erstmal die ersten 5 Tage weg vom Fenster. Der Jetlag lud uns ein, uns in unserem Häuschen in Canggu zu verkriechen und erstmal anzukommen. Man sagt ja, pro Stunde Zeitverschiebung ein Tag Jetlagausgleich.. so kam das bei uns auch ungefähr ganz gut hin. So kam ab dem 5. Tag wieder ein geregelter Schlafrhythmus und die Energie zurück.



Canggu ist ein quirliges, von Motorrädern überlaufenes Dörfchen, welches auf Bali für die digitalen Nomaden bekannt ist. Hier findest du coole Cafés, Bioläden, hippster Hafermilch, glutenfreies Brot und Co. und wie bereits erwähnt, Menschen aus der Welt, welche von hier aus arbeiten. Die Locations sind so modern und zeitlos, dass sie überall sein könnten.


Unser 1. Erkundungsgang stellte sich als Abenteuer heraus. Denn es gab keine Gehwege und wir mussten mit den Kids auf der übervollen Straße laufen um zu einem Restaurant zu kommen. Ida meinte dann, als wir auf unseren sicheren Stühlen saßen:

„Mama, ist das aber ein Abenteuer.“

Und ja, das dachte ich mir auch. 😊 Nahezu lebensmüde kam es mir als Europäerin vor, ohne Gehweg gemeinsam mit gefühlt 1000 Rollern und 100 Autos auf der Straße zu gehen. Überall wird gehupt und gefühlt wird auch weniger gern gebremst. Heidewitzka, da war was los. Aber nach 2 Tagen waren wir bereits wie alte Indonesier und auch die Kinder entwickelten schnell einen 360 Grad Blick, sobald es Richtung Straße ging. 😊 Sicherheitshalber nahmen wir dennoch Ida und Levi auf die Schultern. Matilda machte es souverän mit uns an der Hand.


Zum Abschied von Canggu aßen wir noch Fisch von unserem leckeren Warung (indonesisches Restaurant), welches wir in den Tagen für uns auserkoren hatten. Wir bestellten diesen mit der in Bali bzw. Asien weit verbreiteten mega-App „Gojek“. Mit dieser App kann man sowohl Essen bestellen als auch Taxifahrer ordern. Beides verfolgst du dann zeitgenau auf deinem Display. Wirklich sehr cool und es erleichtert das Leben ungemein, wenn man, so wie wir einfach was bestellen müssen, weil die Kinder ein anderes Bedürfnis haben, als auf die Straße raus zugehen. Übrigens wird hier das komplette Leben via Whats App geregelt. Termine beim Arzt, Bestellungen und Telefonate.. alles läuft via Whats App. Crazy. 😊

Auf alle Fälle bestellten wir Fisch. Dieser kam und grad lecker war er. Plötzlich meinte Benni, dass ihm eine Gräte im Hals hinge.. Nett, dachte ich mir. Wie bekommen wir die denn wieder raus, bevor er möglicherweise keine Luft mehr bekommt? Grobes Essen wie Brot und Reis halfen leider nichts. Nachdem die Einstichstelle mit der Zeit mehr und mehr anfing weh zu tun und Bennis Gefühl im Hals weiterhin seltsamer wurde, überlegten wir, wie wir die Gräte raus operieren könnten. Bewaffnet mit einer Pinzette und Gabel versuchte Benni sie zu erreichen. Denn wir sahen sie, wenn er seinen Mund weit öffnete. Am Ende wars vermutlich der Würgereiz, der die Gräte von seiner Position verschwinden ließ.


Bereits in Canggu fing es an, dass die Kinder vermehrt äußerten, dass sie gerne wieder nach Hause wollten bzw. dass sie ihre Zimmer und ihre Freunde so vermissten. Wir sagten uns immer, wenn irgendwer von uns heim möchte, werden wir dieses Anliegen Ernst nehmen. So nahmen wir auch die Aussage Ernst und vereinbarten mit den Kindern, dass wir jetzt noch in Bali bleiben und dann gucken wie es Ihnen geht. Sollten sie am Ende noch heim wollen, würden wir heim fahren. Da ich unglaublich großer Fan von Aufstellungsarbeit bin, habe ich meine Gabi zu Hause kontaktiert und diese hat für uns die Situation aufgestellt. Das mag in den Ohren von manchen von euch spooky klingen, aber ich glaube fest dran. So kam es auch, dass Entspannung einkehrte, da jeder wieder seinen Platz gefunden hatte. Von Opa ließen wir uns, auf Wunsch der Kinder, Videos von ihren Zimmer schicken. Die waren anfangs noch wichtig, aber mittlerweile auch kein Thema mehr.


Unsere Reise ging weiter westlich nach Balian. Balian ist ein Surferörtchen direkt am Meer. Schwarzer Strand, hohe Wellen und Entspannung waren angesagt. In dieser Zeit erlebten wir viele Gewitter, welche in tropischen Ländern ja dann phasenweise doch massiver ausfallen, als wir sie von zu Hause kennen. Waren auf alle Fälle sehr beeindruckend. In Balian wohnten wir im Gegensatz zu Canggu an einer wenig befahrenen Straße, welche gefühlt alles hatte. Anfang der Straße einen Supermarkt und Markt für Obst und Gemüse, weiter der Straße entlang kamen dann ein Yogastudio, Restaurants und ein Massagestudio. Am Ende dann das Meer. Und zwischendrin waren wir mit unserem Pool. Perfekt. In dieser Straße verbrachten wir 5 Tage. Also sehr entspannend.



Besonders schön war, dass während unsers Aufenthalts in Bali 2 große balinesische Feste gefeiert wurden: Galungan und Kunigan. Ähnlich wie Weihnachten. So wurden meterhoher Straßenschmuck angefertigt und große Zeremonien abgehalten. Sehr beeindruckend. Aber seht selbst...



Übrigens feiern die Balinesen Silvester nach dem Hindukalender im März und starten mit einem silence day ins neue Jahr. Ganz Bali schweigt und ist in Ruhe. Total schön. Auch der Flughafen ist an dem Tag geschlossen.


Weiter zu uns: 😊

Bevor es nach Ubud ins Landesinnere ging, fuhren wir noch kurz beim ATM vorbei um genügend cash dabei zu haben. Die Währung hier sind indonesische Rupien und man muss sich etwas umgewöhnen, da die Vielzahl an Nullen oftmals verwirrend sind. So sind z.B. 1.500.000 IDR 100 Euro. Daher sah der Geldbeutel nach dem ATM Aufenthalt mit 350 Euro auch so aus:



...wären das mal Euros gewesen, hach 😊


Als wir dann in Ubud ankamen, eröffnete sich eine neue Welt für uns. Anders als im Süden, ist die Energie in Ubud einfach ausgeglichen. Leicht, traditionell verbunden und vor allem weniger touristisch. Dort bezogen wir unsere kleine AirBnB-Villa mitten in den Reisfeldern. 😊



Erstmal ankommen und entspannen. Da hier jeder jeden kennt, bekamen wir schnell einen Fahrer vermittelt, welcher uns an den folgenden Tagen durch die Gegend kutschieren wird. Benni und ich fuhren damals vogelfrei mit dem Roller durch die Gegend. Das kam für mich nicht in Frage. Auch wenn die Leute hier teilweise mit 4 Menschen auf einem Roller unterwegs waren, war mir das schon zuhause noch klar: Das machen wir nicht!


Ganz konsequent wie ihr mich kennt, hielten wir uns nicht dran. 😊 So kam es, dass wir einen Tag zwei Roller mieteten. Die Hosen hatte ich gestrichen voll und auch wirklich mega Respekt, aber grad schön wars. Ida stand zwischen meinen Beinen auf dem Roller. Levi war in der Trage bei Benni und Matilda hinten drauf. Die Kinder fanden es megacool und auch wir fühlten uns vogelfrei. Der 360 Grad Blick war natürlich noch wichtiger als als Fußgänger, aber wenn man im Verkehr drin ist, dann ist es wie im Flow. Einfach mitschwimmen 😊 Wir wählten aber auch eine kurze Strecke aus und somit düsten wir „nur“ in Ubud hin und her. Unser Highlight war hier der Monkey Forest. Die Kinder fanden die Affen super. Und tatsächlich, für alle die schon hier waren und von diesen frechen Affen wissen… die Affen waren tiefenentspannt und kümmerten sich nur um sich, nicht wie bei uns damals um Sonnenbrillen, Handtaschen, Handys oder Essensreste diverser Touristen. 😊 Daher total easy.



An den anderen Tagen, an denen wir längere Ausflüge planten, nahmen wir uns unseren Fahrer Made. Bevor ich inhaltlich auf die Ausflugsziele rund um Ubud eingehe, bekommt ihr heute wieder einen kleinen Bildungsbeitrag. 😊


Die Namensfolge der Babys die in einer balinesischen Familie zur Welt kommen, ist vorgegeben.

So heißen alle Erst-/ Zweit- / Drittgeborenen… immer gleich. Traditionell gesehen, heißen alle:


· Erstgeborenen: Wayan oder Putu

· Zweitgeborenen: Made oder Kadek

· Drittgeborenen: Nyoman oder Komang

· Viertgeborene: Ketut


Das weibliche Geschlecht hat immer den Zusatz NI also in dem Fall NI WAYAN oder NI KADEK. Die Männer haben den Zusatz I also I WAYAN oder I KADEK. Um sie dann doch irgendwie alle noch zu unterscheiden, haben dann alle noch einen Zweitnamen, welcher vor allem unter den jungen Balinesen genutzt wird.

Ebenso sagt der Name etwas über den Rang in der Gesellschaft aus. Wobei das heutzutage nicht mehr wirklich ins Gewicht fällt. So sind die oben genannten Namen eher die der „Normalos“. Die Mittelschicht hat den Zusatz AGUNG und diese haben dann einen anderen Vornamen, wie z. B unsere Vermieterin AGUNG OCTAVIANI DEWI. Die Royalen heißen dann alle COKORDA und irgendeinen Namen. Ganz spannend.


Bildungsbeitrag #1 beendet. Später kommt noch ein 2. 😊


Wir fuhren also mit unserem Fahrer I MADE, aber MADE war ausreichend durch die Gegend. Dort besuchten wir Wasserfälle, Reisterrassen, Kaffeeplantagen und Tempelanlagen. Unsere Highlights waren hier zum einen der Wassertempel in Bedugul und die Reisterrasse Tegallalang.



Zwei persönliche Erfahrungsberichte mit diesen beiden Orten, wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.


Bedugul:



Als wir in Bedugul ankamen, war schnell klar, dass es hier touristisch sehr überlaufen ist. Benni und ich kennen es noch aus früheren Zeiten, dass wir als Europäer für viele Asiaten besonders sind. So wurden wir damals schon mehrfach gemeinsam mit den Asiaten fotografiert und stehen vermutlich in gefühlt 100 Wohnzimmern als Aushängeschild, dass sie europäische Freunde haben. 😊 Seis drum. Andere Kultur, andere Sitten. So erging es uns auch in Bedugul. Nur war diese Erfahrung plötzlich nicht mehr ganz so cool. Stellt euch bitte 4 nahezu verkleidete Chinesinnen vor, denn sie wollen ja nicht braun werden, daher trugen diese so rote Ganzkörperanzüge mit riesigen Sonnenhüten und Sonnenbrillen. Aus Kinderaugen betrachtet, dies schon eine skurrile Erscheinung 😊 So kamen sie auf uns zu und fragten ob wir mit ihnen ein Foto machen wollen. Klar, kein Problem. Wir sind ja weltoffen und für vieles zu haben. Nur dann kam der Gamechanger… plötzlich riss mir eine Chinesin Levi aus der Hand und posierte mit ihm. So schnell konnten wir nicht gucken, hatte die andere sich Ida geschnappt und Matilda wäre gefühlt wieder in mich rein gekrochen. Beide Kinder schrien lauthals und wir versuchten, sie schnell wieder an uns zu nehmen. Aber statt sie uns zurück zu geben, posierten beide mit schreienden Kindern und ignorierten deren Zustand. Wir entrissen ihnen die Kinder also und verließen sofort die Situation. Anschließend erklärten wir den Kindern den Sachverhalt. Ida meinte dann in der bald folgenden nächsten Situation, ob sie nun wieder gemobst wird. Zum Glück war das eine gute Erfahrung und der Spuk war vorbei.


In Bedugul hatte ich auch ein nettes Erlebnis in punkto Instagram-Vorhölle 😊

Benni war mit den Mädels beim Fischefüttern und ich hatte bereits etwas zum Mittagessen organisiert und noch kurz Zeit bis sie fertig waren. Als ich aufs Wasser schaute und gerade ein Selfie von mir machen wollte, sprach mich ein Mann an und fragte, ob er vielleicht ein Foto von mir machen soll. Total nett, also stimmte ich zu. Er machte das Foto und meinte dann:

„ next style“

ich also nochmal eine andere Pose „next style“ ertönte es wieder.. Das ging so weiter… dann brach ich ab, denn das ist ja gar nicht so mein Ding.. Tatsächlich haben wir hier in Bali sehr viele Insta- Leutchen beobachten dürfen. Es geht weniger um den Tempel, das Meer oder was auch immer sondern eher: ICH vor dem Tempel, ICH vor dem Meer, ICH vor dem Wasserfall… ganz schlimm echt. Da kommen wir uns richtig deplatziert und old fashioned vor, wenn wir einfach nur den wunderschönen Tempel fotografieren wollen. Klar machen wir auch ein paar Selfies, aber das steht in keinem Verhältnis zu dem, was wir beobachten durften. Vogelwild wirklich.


Reisterrasse Tegallalang:

Als wir ankamen sagte Matilda in Windeseile:

„ Ich möchte gern da rüber fliegen.“

Wir mussten uns erst kurz orientieren, was sie meinte. Dann sahen wir den Flying Fox über die Reisterrassen. Wir versicherten uns mehrmals, ob sie das wirklich alleine machen möchte. Sie blieb ganz klar und ließ sich daher professionell einkleiden, bestieg den Absprungturm und fuhr auf die andere Seite der Reisterrasse. Super stolz kam sie zurück, nachdem sie auf der anderen Seite umgesteckt wurde, sodass sie wieder zurück fahren konnte. So schwebte unsere kleine Matilda in ca. 20 Meter höhe selbstbewusst und mutig über die Reisterrassen. Mein Gott waren wir stolz. Ein Beispiel, dass sie auf der Reise über sich hinaus gewachsen ist.




Bildungsbeitrag #2:

Das ganze Bewässerungssystem der Reisfelder auf Bali obliegt einem uralten System. Das Wasser kommt aus den Bergen. Alle Reisfelder sind im Gefälle angelegt, sodass die Bauern die Bewässerung der Felder mit Hilfe von großen Steinen steuern. Brauchen sie Wasser zur Ansaat und Wachstum von Reis, fluten sie z.B. ihre Felder. Ist das Feld vollgelaufen, schließen sie mit einem Stein den Zulauf und das Wasser fließt vorbei und somit in ein anderes Feld. So teilen sich alle Bauern das Wasser auf. Manchmal gibt es wohl schon bisschen Missmut, wenn ein Bauer mehr Wasser für sein Feld beansprucht und andere weiter unten im Gefälle somit kein/ weniger Wasser bekommen. Phantastisches System. 😊 Nach 4 Monaten ist der Reis dann fertig und bereit zur Ernte. Es gibt weißen, braunen und roten Reis. Der weiße Reis wird zu Mahlzeiten verarbeitet, der braune wird glaub ich verfüttert- soweit ichs noch weiß 😉 und der rote ist für Desserts oder wird auch für medizinische Zwecke verwendet, z.B. bei Bluthochdruck oder Diabetes.

Bildungsbeitrag Ende. 😊


Da wir in Ubud relativ nah am Affenwald wohnten, machten wir eines Tages die Erfahrung, dass unsere offene Küche von Affen besucht wurde. Viele verschlossene Dosen waren aufgedreht und lagen in der Küche herum. Sie interessierten sich aber nur für die Lebensmittel. Alles andere ließen sie stehen. Ein highlight für die Kids und tatsächlich für uns auch.. so unglaublich menschlich, Dinge aufzudrehen und zu verwenden.. weniger das rumschmeißen und liegen lassen 😊 Oder vielleicht doch… 😉


In Ubud sind besonders die balinesischen Tänze wie der Barong oder Legong Dance sehr populär. Die Balinesen tanzen hier auf besondere Art und Weise. Ebenso der Kecak-Dance. Da Ida Ketchup zum Essen liebt, wollte sie unbedingt den „Ketchup-Tanz“ sehen. Da die Tänze aber leider viel zu lange dauern, machten wir dies nicht. Witzig wäre zu wissen, was sich Ida unter dem Ketchup-Tanz vorgestellt hat. Tatsächlich dachte sie nämlich an Ketchup 😊 köstlich.


Eigentlich überall in Bali, aber besonders in Ubud wurde Benni immer wegen seinen 3 Kindern angesprochen. Der Wortlaut war eigentlich immer der Gleiche:


„Oh, 3 Kids. It´s a boy? Oh good… Two girls and a boy. Good job.“ 😊

Ganz witzig echt. Benni dachte kurz daran, sich ein Schild zu machen:


„Yes, 3 kids! 2 girls, one boy“.

Wir verbrachten eine tolle Zeit in Ubud. Leckeres indonesisches Essen, ganz nach dem Motto „ Peel it, cook it or leave it“ , tolle Atmosphäre und liebenswerte Menschen machen Ubud einfach zu einem tollen Ort.


Nach Ubud machten wir uns auf nach Sanur. Dort war der Plan, noch 2 Nächte am Strand zu bleiben, bevor unser Flug nach Vietnam weiter ging.. So der Plan.



Tatsächlich sah es etwas anders aus, da wir uns die ultimative Seuche eingefangen hatten. Also eins ist klar.. wer mit Kindern langzeitreisend sein möchte, muss sich einfach auf Krankheiten einstellen. Ich bin mir im Nachhinein auch nicht ganz sicher, ob es möglicherweise doch Corona war, aber wir waren alle 5 platt. Die einen mit Magen-Darm und Erkältung, die anderen mit Fieber und Erkältung. Eine unglaublich anstrengende Zeit. So wurden aus unseren gedachten 2 Nächten in Sanur weitere 5 Nächte in dem gebuchten Hotel. Zum Glück konnten wir alle Flüge easy verschieben und das Hotel problemlos verlängern. Allerdings wäre das Hotel für 2 Nächte ein cooler schickimicki Abschluss für Bali gewesen, aber für 7 Nächte in einem luxuriösem Hotel sind wir einfach nicht gemacht. Daher fühlten wir uns auf Dauer nicht sonderlich wohl. Das wunderschöne in dieser Zeit war allerdings, dass wir total viele nette Leute kennenlernten. Da waren Charlotte und Phillip mit Zoe aus der Schweiz, Matildas neuer Brieffreund Mads aus Berlin mit Familie und ein uns sehr lieb gewonnenes Ehepaar aus Illertissen bei Ulm: Maria und der unglaubliche, mit einem Adoniskörper beglückte, Marco 😉 mit David. David war so alt wie Levi. Maria, ebenso Erzieherin, stellte sich als engelsgleiche Erscheinung heraus, da sie uns total unterstütze und uns die Kinder phasenweise abnahm. Denn Matilda war die fitteste von allen. Matilda durfte zwar in den hoteleigenen Kids-Club gehen, aber Maria nahm sie, z.B. mit zum Schwimmen und spielte mit ihr, während wir uns um die anderen kümmerten. DANKE MARIA 😊


Als wir aus dem Gröbsten raus waren, schenkten wir uns dennoch ein paar erholsame Tage in Bali und zogen nochmals in eine AirBnB-Villa um. Im engen Kontakt mit unserer Kinderärztin aus Deutschland und unserer Heilpraktikerin beschlossen wir, Levi nochmal bei einem Arzt in einem internationalen Krankenhaus abhören zu lassen. Nicht, dass wir bei dem Zwergi was übersehen. So suchten wir uns einen Kinderarzt und fuhren hin. Der Besuch war gut, medizinisch für uns gut nachvollziehbar.. der Befund auch gut für die Weiterreise. Bis wir dann noch die Abklärung der Sauerstoffversorgung wollten. Das Gerät, nein der Sensor, war offensichtlich kaputt.. Levi hatte immer eine Sauerstoffsättigung von 82-86% und phasenweise einen Puls von 172.. Nicht weil es tatsächlich so war, nein, weil der Sensor einfach nicht funktionierte und das Personal das aber nicht verstehen wollte. Sie wollten Levi dann 2h an Sauerstoff anschließen um zu checken ob die Sauerstoffsättigung nach oben geht. Da das Personal nicht auf uns hören wollte und sich weiterhin auf den schlechten Werten ausruhte, begann Benni relativ bald wie wild zu artikulieren und redete sich um Kopf und Kragen, dass das nicht sein kann und das sie Levi doch mal ansehen sollten. Bis ich irgendwann den Sensor eigenständig abnahm und ihn mir anschloss und ich eine Sättigung von 69% hatte.. also ich wäre hinüber 😊 Dann erst glaubten sie uns. Mit einem neuen Sensor kam dann auch eine Sättigung von 98% raus und alles war gut. Wir kamen uns vor wie in versteckte Kamera. 😊 Wir erweitern unsere Liste auf Krankenhaus - check. Nun ist wirklich gut 😊


Während wir uns nun alle vollständig erholen und Ida sich noch ihren Endgegnern, den Ameisen, widmet, beobachten wir die am Himmel stehenden Drachen der balinesischen Kinder, die Balinesen wie sie 3x täglich ihre wohlduftenden Opferkörbchen in ihre Tempel tragen, bestaunen das nette Örtchen Sanur mit den hunderten Schiffchen und dem balinesischen Strandleben und freuen uns immer mehr auf Vietnam.



Es geht bei uns ja schon lange nicht mehr um Urlaub im klassischen Sinne, sondern eher darum den Alltag in einem anderen Land zu erLEBEN. Daher freuen wir uns umso mehr, dass Matilda hier ganz easy Schwimmen gelernt hat und weiterhin begeistert mit Benni Lesen und Rechnen übt. Selbst Ida kann mittlerweile das ABC erkennen und buchstabiert die Wörter, die sie sieht. Auch Levi krabbelt fleißig vor sich hin und brabbelt, zieht sich hoch und steht bombenfest und hat seinen Spaß mit seinen Schwestern. Es ist zwar kein weiterer Zahn bei Matilda rausgefallen, aber wir sehen, wie sich unsere Kinder entwickeln. Und das ist das Wichtigste. 😊


Nach anfänglicher Unsicherheit ob unsere Reise weiter gehen kann, haben unsere Kinder uns signalisiert, dass sie noch gerne unterwegs sind. Aber anders noch als in Neuseeland spüren nun auch Benni und ich, dass wir uns langsam auf zu Hause freuen. Auf unsere eigenen 4 Wände, unsere Familien und auf unsere Freunde. Wir freuen uns schon sehr, mit euch wieder zusammen zu sitzen und ausgiebig zu ratschen und zu lachen. Aber bis dahin…


Vertraue dem Timing deines Lebens. 😊


Von Herzen

Dany




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